Wir kennen das alle; Du sitzt zusammen mit anderen Musikern im Übungsraum. Person 1 will Lied 1 spielen, kennst du aber nicht. Du willst Lied 2 spielen, kennt er aber nicht. Schnell wird aus einem Musikalischen ‚Jam‘ ein rumsitzen und Alkohol trinken.

Um diese Situation etwas zu umgehen, gibt es Dinge die eigentlich jeder kennen sollte. Eines davon ist der ‚Twelve Bar Blues‘.

Twelve Bar Blues

Hier schauen wir uns mal eine sehr einfache Variante an.

Twelve Bar Blues

Hierfür spielen wir nur 2 Saiten gleichzeitig.
Die leere A Saite (falls ihr nicht wisst, welche Saite welche ist, schaut bitte hier nach: Wie-stimme-ich-eine-Gitarre) und die D Saite, welche jedoch gedrückt wird.
Solltet ihr keine Ahnung von Tabs haben, liest euch kurz diesen Beitrag durch: Wie-lese-ich-Gitarren-Tabs

Achtet auch gut darauf, dass ihr Ternaer spielt, also Swing Phrasiert oder auch Shuffle genannt. Spielt ihr den Rhythmus ‚gerade‘, also Binaer, dann klingt es zwar so wie es auf dem Blatt steht, aber nicht wie einen Blues.
Hier kurz zwei Beispiele:

Binaer (gerade)
Ternaer (Swing Phrasiert)

Letzteres klingt schon etwas mehr nach Blues, nicht?
Um diesen ‚Shuffle‘ zu erzielen, bzw. zu kommunizieren, reicht ein einfacher Kommentar, wie ‚Swing‘ ganz oben auf dem Notenblatt.
Auch möglich ist es mit diesem Zeichen:

Dieses bedeutet, dass ’normale‘ Achtelnoten, als eine Vierteltriole-, und eine Achteltriole gespielt werden. So muss ich nicht das ganze Lied mühsam mit diesen Triolen schreiben, sondern kann es einmal vermerken und gehe einfach mal davon aus, dass jeder weiss was ich meine.

Swing

Ganz wichtig! Geht auf Nummer sicher, dass die Form stimmt. Also spielt 4 Takte A, danach 2 Takte D und wieder 2 Takte A usw. Ihr könnt nicht einfach sagen, dass ihr jetzt mal einen Takt auslässt oder so. Mag zwar noch immer nach einem Lied klingen, aber nicht mehr nach einem Twelve Bar Blues.

Eines der bekanntesten Liedern welches auch den Twelve Bar Blues spielt, ist wahrscheinlich Johnny B. Good -> https://youtu.be/ZFo8-JqzSCM?t=17

Variante 2

Bei dieser Variante bleibt die Form bestehen, also wir haben noch immer 12 Takte, die ersten 4 davon sind A, die nächsten 2 sind D usw.
Wir nehmen aber noch eine Note dazu, also auf der D Saite spielen wir anstatt 2 & 4, 2 & 4, 2 & 4, 2 & 4, spielen wir jetzt 2 & 4 & 5 & 4…

Variante 3

Die mit abstand coolste Variante einen Twelve Bar Blues zu spielen, ist wahrscheinlich die folgende.

Hier spielen wir entweder Variante 1 oder Variante 2 (ich habe Variante 2 genommen), fügen jedoch jedesmal am ende eines Taktes einen kurzen triolischen Übergang ein. Auch einen Takt bevor wir zu dem D Akkord gehen, machen wir einen typisch bluesigen Übergang.
Da diese Variante schwierig zum lesen ist, habe ich hier noch ein Beispiel:

Variante 3 beispiel

Zusammenfügen

Nur weil wir jetzt 3 verschiedene Varianten haben, heisst das nicht, dass du jede einzeln spielen musst.
Du kannst nun alles zusammen mischen.
Zum Beispiel, nehme für Takt 1&2 die Variante 1, für Takt 3&4 nehme die Variante 3, usw.