Intervalle rauszuhören ist das eine. Intervalle aber sehr schnell rauszuhören, sogar während ein Lied läuft und ihr versucht, die Intervalle zu erkennen, das andere!

Die Dur oder Moll Tonleiter hochzuzählen und somit ein Intervall ausfindig zu machen, finde ich generell eine schlechte Idee.
Erstens gewöhnt man sich nicht an den „Klang“ und zweitens braucht es viel zu lange.

Um Intervalle richtig gut zu üben und sich an den Klang bzw. an die Farbe eines Intervalls zu gewöhnen, helfen Anfangs Eselsbrücken.

Wie immer gibt es schon eine Million Webseiten die eine solche Auflistung haben. Ich versuche hier mit Beispielen und (hoffentlich) sehr bekannten Liedern noch ein wenig zu ergänzen.

Intervalle

Prime (Grundton)

Um eine Prime herauszuhören, bzw. den exakt gleichen Ton zweimal zu hören, könnt ihr eine Note auf eurem Instrument spielen, aufnehmen und am nächsten Tag versuchen, diese wieder auf dem Instrument zu finden.
Versucht hier nicht Oktaven als „Prime“ zu spielen. Versucht wirklich, die genau gleiche Note wieder zu spielen die ihr „gestern“ gespielt habt.

Es ist auch nicht schlimm wen ihr 3, 5, oder 10 Versuche dafür braucht, bis ihr die Note wieder findet. Es geht lediglich darum, herauszufinden ob ihr überhaupt hört, dass es der gleiche Ton ist.

Ein gutes Lied dafür wäre zum Beispiel: Happy Birthday.

Die ersten zwei Noten sind die genau gleichen. Also eine „Prime“.

Happy Birthday Noten

kleine Sekunde (b2)

Die kleine Sekunde könnt ihr euch mit „der weisse Hai“ gut einprägen.

Eine weitere beliebte Eselsbrücke ist auch: „Pink Panther

Der weisse Hai Noten

Grosse Sekunde (2)

Bei der grossen Sekunde würde ich an „Happy Birthday“ oder auch einfach an die Dur TonleiterIonisch denken.
Beide haben gleich zu beginn eine grosse Sekunde und man kann eigentlich beide fast nicht falsch singen. 🙂

Happy Birthday Noten

kleine Terz (b3)

Ein Lied welches wahrscheinlich alle kennen: „Seven Nation Army„.
Dieses beginnt mit einer kleinen Terz und geht sogar wieder zurück.

Achtung! Zuerst kommt zweimal die gleiche Note! Erst danach geht es zur kleinen Terz.

Seven Nation Army Noten

Grosse Terz (3)

Morning has broken“ würde mir hier spontan sofort einfallen.
Auch wenn die ersten drei Noten als Auftakt zählen, kann man definitiv die grosse Terz heraushören. Also der Auftakt ist das Intervall, nicht danach. 🙂

Morning Has Broken Noten

Reine Quarte (4)

Das wohl bekannteste Lied ever wenn es um eine Quarte geht; „Here comes the Bride“. Das typische Hochzeitslied welches sogar mir ständig in den Sinn kommt sobald ich irgendwo eine Quarte höre. Wahrscheinlich, weil das Lied eben wirklich sehr bekannt ist.

Here comes the Bride Noten

Übermässige Quarte, Verminderte Quinte, Tritonus ( #4, b5)

Das Intervall mit den vielen Namen hat selbstverständlich auch viele Auftritte in Songs.
ZB. in „Maria“ von Westside Story aber auch in vielen Metal Songs beginnt man gerne mal damit, weil es einen gewissen Standpunkt markiert. 😛

Jedenfall gefällt mir die Version von „Simpsons“ am besten. Nicht im Lied, dafür ganz am Anfang bei „The Simp-sooons“.
Natürlich auch vorbildlich mit der „Quinte“ aufgelöst.

The Simpsons Theme Noten

Reine Quinte (5)

Mit „Twinkle Twinkle Little Star“ oder „Cant Help Falling In Love“ hat auch die Quinte genug Lieder zum einprägen.
Aber auch „Akte X“ oder „Star Wars Intro“ gehören dazu. Letzteres (als grosser Star Wars Fan) würde ich mir persönlich merken wollen! 🙂

Star Wars Theme Noten

kleine Sexte (b6)

Bei der kleine Sexte war tatsächlich etwas schwieriger, einen bekannten Song zu finden. Es gibt aber einen Jazz Standard, nämlich den „Black Orpheus“ welcher mir da spontan in den Sinn kommt.

Eine andere Option wäre „Lacrimosa“ von Mozart, welches bei dem „Laa-aa(hier)-crimo-osa“ auch einen Sext Sprung enthält.

Black Orpheus Noten

Grosse Sexte (6)

Ganz klar: „My Bonnie Lies over the Ocean“!

Neben zahlreichen Weinnachts-Liedern wie zB. „Jingle Bells“ oder „It Came Upon a Midnight Clear“ startet auch „Hush Little Baby“ mit einer grossen Sexte.

My Bonnie Lies over the Ocean Noten

kleine Septime (b7)

The Winner Takes It All“ von ABBA startet (Gesang im Refrain) gleich einmal mit einer kleinen Septime.

The Winner Takes It All Noten

Grosse Septime (7)

Mit „Take On Me“ kann mich sich die grosse Septime eigentlich gut merken.

Take On Me Noten

Oktave (8)

Hier gibt es unzählige Lieder die mit einer Oktave beginnen. Aber eines der bekanntesten (oder bekannteren) wird wohl „Somewhere over the Rainbow“ sein.

Somewhere over the Rainbow Noten

Nachsingen

Versucht nun, diese Lieder im Kopf durchzusingen, ohne sie davor anzuhören. Macht euch ein Bild davon, wie diese Intervalle klingen und wie sie zu klingen haben.

Versucht euch auch zu merken, wie klar oder eben unklar die einen Intervalle gegenüber den anderen sind.

Beispielsweise klingt eine grosse Septime viel „beissender“ als eine reine Quinte. Dennoch klingt es bei „Take On Me“ gut. Aber spielt man den Grundton und eine grosse Septime zusammen, klingt es nicht besonders „richtig“, obwohl die grosse Septime in vielen Akkorden vorkommt und halt eben richtig klingt.

Noten herunterladen

Hier sind noch einmal alle Intervalle mit den Liederbeispielen auf einem PDF zu herunterladen, damit ihr sie auch nachspielen könnt.

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