Musikalisches improvisieren ist das gleiche wie wenn ihr etwas dummes gemacht habt und es dann wieder ausbessern müsst -> Ihr werdet kreativ! 🙂
Um kreativ zu sein, braucht es aber ein wenig wissen. Ihr könnt zB. nicht kreativ sein und alleine damit ein Haus bauen. Es braucht wissen über Planung, Aufstellung, Handwerk usw.
Genau das gleiche haben wir auch bei der Improvisation auf der Gitarre.

Was wir dafür brauchen ist jedoch einiges einfacher. Wir lernen einfach ein paar Scales (Tonleitern) und haben dann eigentlich das Wissen welches wir brauchen.

Pentatonik

Die Nummer 1 Tonleiter auf der Gitarre ist die Pentatonik.
Am besten, ihr lernt das eine Muster der Pentatonik auswendig.

Eigentlich wäre es jetzt schon möglich, über einen Song oder auch einen statischen Akkord zu improvisieren. Das versuchen wir auch gleich einmal:

Versuche über diesen Am Akkord die Am Pentatonik zu spielen.

Statischer Am Akkord

Beispiel:

Am Pentatonik hoch und runter

Das einzige was ich hier darüber gespielt habe, war die A Moll Pentatonik. Hoch und runter gespielt.

Ionisch

Damit die ganze Sache etwas spannender wird, mixen wir die Pentatonik mit der Ionischen Tonleiter zusammen.
Erstens können wir so etwas auf dem Griffbrett herumrutschen (was cool ausschaut) und zweitens bekommen wir so ein paar neue Töne, welche unter Umständen spannender klingen als „nur“ diese Pentatonik Töne.

Hier würde ich vorschlagen, die zwei obersten Tonleitern zu lernen.
Alle 4 Tonleitern haben die gleichen Noten, jedoch mit einem anderen „Fingering“, also, die Fingerpositionen variieren.

C Ionisch und Am Pentatonik mixen

Nun mixen wir beide Tonleitern zusammen.
Als kleine Erklärung:
Die Orangen Töne sind C Ionisch beginnend von der A Saite.
Die Orangen und Magenta sind C Ionisch von A Saite und Am Pentatonik.
Die Cyan Töne sind C Ionisch von der E Saite beginnend.

Am Pentatonik und C Ionisch

Nun können wir versuchen, mit der C Ionisch auf der A Saite zu beginnen. Nach ein paar wenigen Noten gehen wir zur A Moll Pentatonik und danach zur C Ionisch auf der E Saite.

C Ionisch und Am Pentatonik

Es wird anfangs etwas Zeit brauchen, etwas gescheites hinzubekommen. Zuerst klingt es, als würdet ihr nur Tonleitern hoch und runter spielen. Danach ergeben sich aber mehr und mehr kleine Fragmente und sogenannte ‚Licks‘ die ihr immer wieder wiederholen könnt und auch zu einem Teil eure eigene Handschrift sein wird.

C Lydisch und Am Pentatonik mixen

Eine weitere Möglichkeit wäre, anstatt C Ionisch, C Lydisch zu spielen.
Davor haben wir immer Am als erste Stufe angesehen (oder 6. Stufe in Dur als Paralleltonart zu C Dur).
1. Stufe wäre C Ionisch, 6. Stufe dementsprechend A Aeolisch.
Wie ist es also möglich, dass wir jetzt einfach auf der ersten Stufe Lydisch spielen können, obwohl Lydisch eigentlich die 4. Stufe ist?
Ganz einfach, es ist nicht mehr die erste Stufe. Wir befinden uns jetzt in der G Dur Tonart, nicht mehr in C Dur.
Dementsprechend ist C Dur die 4. Stufe, welche Lydisch und A Moll die 2. Stufe, welche Dorisch ist.

Bei Dorisch koennt ihr weiterhin auf der Pentatonik bleiben, die gespielten Noten der Dorischen Tonleiter, stimmen mit der Pentatonik ueberein.
Nun haben wir einen ganz anderen Sound:

C Lydisch und Am Pentatonik

Versucht nun diese Ideen etwas auszubauen. Spielt viel diese verschiedenen Tonleitern. Versucht diese miteinander zu verschmelzen und euch an den Sound zu gewöhnen.