Ich habe lange im Internet nach einer derartigen Auflistung gesucht. Leider war nie alles auf einmal drauf, es hatte viele Fehler oder es war etwas komplett anderes als ich gesucht habe.

Deshalb hier eine Erklärung und Auflistung aller (nicht wirklich alle, aber die absolut wichtigsten und ein paar mehr) Tonleitern, Akkorden und Arpeggios für die Gitarre.

Intervalle

Merke dir die Namen der Intervalle:
Grundton, kleine Sekunde, grosse Sekunde, kleine Terz, grosse Terz, reine Quarte, Tritonus (übermässige Quarte oder verminderte Quinte), reine Quinte, kleine Sexte, grosse Sexte, kleine Septime, grosse Septime, Oktave.

In Zahlen:

1, b2, 2, b3, 3, 4, #4/b5, 5, b6, 6, b7, 7, 8.

Auf der Gitarre.
„R“ bedeutet Root Note = Grundton
„Dreieck“ bedeutet Major = gross
„p“ bedeutet Perfect = rein
„b“ bedeutet flat = klein

Alle 12 Noten auf der E Saite
12 Noten auf der E Saite

Natürlich müssen diese 12 Noten nicht alle auf der gleichen Saite gespielt werden. Hierfür gibt es einige Optionen, wie zB:

oder

aber auch

Schlussendlich spielt es keine Rolle welche dieser Optionen (oder allenfalls auch nochmal eigene Varianten) ihr spielt. So lange nach dem R das b2 und danach das „Dreieck“2 kommt, klingt es immer gleich.

Ihr könnt diese oben genannten Muster immer spielen, egal von welchem Bund oder von welcher Saite ihr beginnt.
Seid euch jedoch bewusst, dass die B Saite (H Saite) einen Bund verschoben gestimmt ist. Dort müsst ihr euer Muster dementsprechend anpassen:

Startend von E Saite
Startend von A Saite
Startend von D Saite
Startend von G Saite

Alle Intervalle auf der Gitarre sollte man eigentlich kennen. Es hilft sehr, wenn man sofort weiss wo sich das gesuchte Intervall befindet ohne lange herumsuchen zu müssen.

Intervalle Gitarre

Beispielsweise sollte man alle Noten mit den dazugehörigen Intervallen innerhalb einer Oktave im Kopf haben.
Beim oben genannten Beispiel sind alle „C“ Noten Rot markiert. Danach die kleine Sekunde als schwarze Note.
Das kann nun beliebig in jedes gewünschte Intervall abgeändert werden.

Tonleitern / Scales

Tonleitern sind schlussendlich nichts anderes, als eine aneinander Reihung verschiedener Intervalle. Man muss nur die Intervalle der jeweiligen Tonleitern kennen um sie selber auf dem Griffbrett finden und spielen zu können.

Schauen wir auf die Klaviatur, sind die Intervalle gut ersichtlich.
Von C bis wieder C brauchen wir keine einzige schwarze Taste. Der Grund ist, das Klavier ist schon so aufgebaut, dass wir die „richtigen“ Intervalle schon auf den weissen Tasten haben (vorausgesetzt man will C Dur spielen).

Das sähe auf der Gitarre in etwa so aus:

Die gespielten Noten auf der Gitarre entsprächen demnach genau den weissen Tasten auf dem Klavier. Alle nicht gespielten Noten in den Zwischenräumen, wären schwarze Tasten.

Die C Dur Tonleiter könnte also ohne Probleme so gespielt werden. Jedoch ist es sehr umständlich auf diese Weise schnell die Noten zu wechseln. Deshalb gibt es andere und bessere Optionen eine C Dur Tonleiter spielen zu können -> Kirchentonleitern.

Damit ihr seht, dass ich keinen Stuss erzähle (und auch noch viel mehr Informationen zu den jeweiligen Tonleitern habt), packe ich jeweils noch den Link der Tonleiter dazu.

Ich habe jeweils alle Noten der verlinkten Tonleiter auf dem gesamten Griffbrett aufgeschrieben. So lange ihr die unten genannte Reihenfolge (1,2,3,4..) beibehaltet, könnt ihr euer „Pattern“ selbst zusammenstellen.
Es gibt kein „richtig“ und kein „falsch“. Die Reihenfolge muss stimmen und es muss für eure Finger gut passen. Deshalb habe ich keine Absolute Tonleitern aufgeschrieben.

TonleiterIntervalle„Quelle“
Dur / Major1, 2, 3, 4, 5, 6, 7Wikipedia
Moll / Minor1, 2, b3, 4, 5, b6, b7Wikipedia
Harmonisch Moll1, 2, b3, 4, 5, b6, 7Wikipedia
Harmonisch Dur1, 2, 3, 4, 5, b6, 7Wikipedia
Melodisch Moll1, 2, b3, 4, 5, 6, 7Wikipedia
Dur Pentatonik1, 2, 3, 5, 6Wikipedia
Moll Pentatonik1, b3, 4, 5, b7Wikipedia
Blues (Dur)1, 2, b3, 3, 5, 6Jazzguitar
Blues (Moll)1, b3, 4, b5, 5, b7Wikipedia
Bebop1, 2, 3, 4, 5, 6, b7, 7Wikipedia
Ganzton Halbton1, 2, b3, 4, b5, #5, 6, 7Wikipedia
Halbton Ganzton1, b2, b3, 3, #4, 5, 6, b7Wikipedia
Ganzton1, 2, 3, #4, #5, b7Wikipedia
Zigeuner Moll1, 2, b3, #4, 5, b6, 7Wikipedia
Zigeuner Dur1, b2, 3, 4, 5, b6, 7Wikipedia

Modi der Tonleitern

Jede Note einer Tonleiter kann als Root Note angesehen werden. Dafür sind die „Modi“ (englisch „Modes“) da.
Spielst du beispielsweise die C Dur Tonleiter ab der 6. Note, so spielst du eine A Moll Tonleiter. Startest du von der 3. Note in A Moll, wäre es dann wieder C Dur.

Dur Modi (Wikipedia)

Ionisch1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Dorisch1, 2, b3, 4, 5, 6, b7
Phrygisch1, b2, b3, 4, 5, b6, b7
Lydisch1, 2, 3, #4, 5, 6, 7
Mixolydisch1, 2, 3, 4, 5, 6, b7
Aeolisch1, 2, b3, 4, 5, b6, b7
Lokrisch1, b2, b3, 4, b5, b6, b7

Harmonisch Moll Modi (The Advancing Guitarist)

Harmonisch Moll1, 2, b3, 4, 5, b6, 7
Locrian Natural 61, b2, b3, 4, b5, 6, b7
Ionian #51, 2, 3, 4, #5, 6, 7
Dorian #41, 2, b3, #4, 5, 6, b7
Phrygian Dominant1, b2, 3, 4, 5, b6, b7
Lydian #91, #2, 3, #4, 5, 6, 7
Alteriert Dominant bb71, b2, b3, 3, b5, 6, bb7

Melodisch Moll Modi (The Advancing Guitarist)

Melodisch Moll1, 2, b3, 4, 5, 6, 7
Dorian b21, b2, b3, 4, 5, 6, b7
Lydian Augmented1, 2, 3, #4, #5, 6, 7
Lydian Dominant1, 2, 3, #4, 5, 6, b7
Mixolydian b61, 2, 3, 4, 5, b6, b7
Locrian Natural 2 (Aeolian b5)1, 2, b3, 4, b5, b6, b7
Alteriert (Superlokrisch) (Wikipedia)1, b2, b3, 3, b5, b6, b7

Akkorde

Hier eine Auflistung der Intervalle für Akkorde:
Eine ausführlichere Liste mit allen Akkorden und deren Endungen findet ihr unter Akkordtypen.

Dur / Major1, 3, 5
Moll / Minor1, b3, 5
Vermindert / Diminished1, b3, b5
Übermässig / Augmented1, 3, #5
Major 71, 3, 5, 7
Dominant 71, 3, 5, b7
Minor 71, b3, 5, b7
Minor 7 b51, b3, b5, b7
MinorMajor71, b3, 5, 7
Dim 71, b3, b5, bb7
Maj 7 Aug1, 3, #5, 7
Dom 7 Aug1, 3, #5, b7
Sus 21, 2, 5
Sus 41, 4, 5
7sus41, 4, 5, b7

Spezielle Endungen

Neben den normalen Akkorden, gibt es noch verschiedene Endungen eines Akkordes.
Auch das haben wir schon einmal genauer angeschaut -> Akkordnamen und ihre Bedeutung.

Die Akkorde haben immer einen „Hauptakkord“ plus eine Endung. ZB: 7#11b13 = Dominant 7+(#11)+(b13).
Eine genauere Erklärung über diese Endungen findet man unter -> Akkordnamen und ihre Bedeutung.

b9, #9, 11, #11, 13, b13Dom + b9, #9, 11, #11, 13, b13
Maj9, Maj7#11, Maj13Maj7 + 9, #11, 13
Min7(b9), Min9, Min11, Min13Min7 + b9, 9, 11, 13

Arpeggios

Ein Arpeggio ist das gleiche wie ein Akkord. Nur werden Arpeggios einzeln-, und der Reihe nach gespielt. Während es bei Akkorden üblich ist, die Reihenfolge nicht zu beachten (zB. Drop2 Voicing = 1, 7, 3, 5), werden Arpeggios also mit der richtigen Reihenfolge abgespielt (1, 3, 5, 7).

Major 71, 3, 5, 7
Minor 71, b3, 5, b7
Dominant 71, 3, 5, b7
Minor 7 b51, b3, b5, b7
MinorMajor 71, b3, 5, 7
Diminished 71, b3, b5, bb7
7sus41, 4, 5, b7
Major 7 #51, 3, #5, 7
Major 7 b51, 3, b5, 7
Dominant 7 #51, 3, #5, b7
Dominant 7 b51, 3, b5, b7

Tensions

Jeder Akkord, jedes Arpeggio hat seine eigenen Spannungstöne (Tensions).
„Outside“ spielen muss nicht unbedingt heissen nur falsche Töne zu verwenden. Es kann auch mittels „Superimposing“ erfolgen.
Superimposing ist das gleiche wie Upper Structure. Wir nehmen also Spannungstöne und improvisieren damit.

Major 79, #11, 13
Minor 79, 11, 13
Dominant 7b2, 2, #2, #11, b13, 13
Minor 7 b59, 11, b13
Diminished 79, 11, b13, 7
Minor Major 79, 11, 13
Major 7 #59, #11
Dominant 7 #5b9, 9, #9, #11, 13
7sus4b9, 9, #9, b11, b13, 13